Urlaub auf Bathala

Die Malediven sind der Traum vieler Urlauber, die neben türkisblauem Wasser und schneeweißem Sand auch noch unbeschwertes Robinson-Feeling suchen. Doch die Inselgruppe hat sich in den letzten Jahren immer mehr verändert. Nicht unbedingt zum Vorteil, wie viele meinen, die bereits seit 20 Jahren oder länger die Inseln bereisen. Mittlerweile besitzt nahezu jede Insel ihren eigenen Pool, ein Spa- und Fitnesszentrum mit modernsten Geräten und Internet über Wi-Fi gehören ebenfalls zur Standardausstattung vieler Resorts.

Doch es gibt sie noch: Die kleinen Robinson-Eilande mit nur ein paar einzelnstehenden Bungalows, ohne Stelzenvillen in der Lagune und mit dem typischen Barfuss-Inselflair der Malediven vergangener Tage. Bathala im Ari-Atoll gehört dazu und ich kann nur jedem, der seinen Maledivenurlaub ohne viel Schnickschnack und Animation erleben möchte, raten hinzufahren, solange diese Ursprünglichkeit noch so erhalten bleibt. Bathala, die kleine runde Bilderbuchinsel ist in weniger als 15 Minuten umrundet. Besonders hervorzuheben ist, dass kein Riffgestein oder sonstige Wellenbrecher die Inselumrundung stören. Reiner, weißer Puderzuckerstrand, wohin das Auge reicht und der Fuß tritt.

Die 49 Bungalows der Insel befinden sich sind alle am Strand und passen sich harmonisch dem ursprünglichen Charakter von Bathala an. Alle schön weiß getüncht mit strohgedecktem Dach und am hinteren Ende mit der malediventypischen Außendusche. Die Einrichtung ist zweckmäßig, alle Bungalows verfügen aber über TV, Klimaanlage und Minibar. Eine richtig gute oder richtig schlechte Lage der Hütten gibt es meiner Meinung nach nicht. Je nachdem, wie der Sand jedes Jahr vom Meer abgetragen wird, sind es mal mehr, mal weniger Meter zu laufen, um ins glasklare Wasser zu kommen. Die Gebäude stehen auch nicht so eng wie auf manchen anderen Inseln beieinander, sodass durchaus Privatsphäre gewährleistet ist, wenn man es sich auf seinen Liegen vor dem Haus gemütlich macht. Bei jedem Bungalow sind übrigens zwei Liegen inklusive Auflage dabei, sodass auch die lästige Liegenbelegerei entfällt. Wenn das Inselmanagement statt Plastik- noch Teakholzliegen verwendet hätte, wäre der Eindruck allerdings noch etwas idyllischer geworden. Weiteres Highlight der Insel ist sicherlich das wunderschöne Hausriff, das sich in 10 bis 25 Entfernung um die Insel zieht. Teilweise bis auf über 20 m abfallend und mit wenig Strömung versehen, ist es gerade für Schnorchler wie mich ideal. Zu sehen gibt es neben den üblichen Clown- und Anemonenfischen auch einige Weißspitzen Riffhaie, zwei Schildkröten, Rochen und mehrere Schwärme von Schiffshaltern. Die zweisprachige Tauchbasis (italienisch und deutsch) führt täglich 2 Fahrten ins Ari-Atoll durch, auch Hausrifftauchen wird angeboten. Auch beim Essen kann Bathala punkten. Die Köche aus Sri Lanka zaubern jeden Abend ein leckeres Buffet für die überschaubare Gästezahl (zu meiner Reisezeit im Januar gerade einmal 40 Personen). Wer in ursprünglicher und romantischer Umgebung ausspannen will, tagsüber tauchen, schnorcheln oder einfach nur in der Sonne liegen möchte und abends auf Animationsshows und Unterhaltungsprogramm gerne verzichtet, der ist auf Bathala genau richtig.
/img/malediven_inseln.jpg
Malediven Inseln